Zwei Staatsbürgerschaften, eine internationale Familie, mehrjährige Auslandsaufenthalte in Brasilien – für Nicolas Maier war der Kontakt zu anderen Kulturen schon immer etwas ganz Selbstverständliches. Bei der TRATON GROUP ist er mit seinem Team für die Erstellung des Geschäftsberichts zuständig – eine große Gemeinschaftsaufgabe.

Text: Silke Bauer

Im Geschäftsbericht der TRATON GROUP dreht sich das meiste um Zahlen, aber nicht alles: Auch Hintergrundinformationen sind Teil der Veröffentlichung. „Das ist wichtig, damit sich unsere Stakeholder, also die Anteilseigner, Kunden und Lieferanten, ein umfassendes Bild von unserer Gruppe machen können“, erklärt Nicolas Maier. Um diese Hintergrundinformationen zusammenzutragen, ist der 42-Jährige in engem Austausch mit zahlreichen Kollegen, zum Beispiel in der Strategie- und Kommunikationsabteilung aber auch bei den einzelnen Marken der Gruppe. Internationales Teamwork ist ein wesentlicher Bestandteil seiner täglichen Arbeit.

Zahlenexperte

Die Arbeit über Marken- und Ländergrenzen hinweg liegt Maier, der einen Diplomabschluss in Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschaftsprüfung/Controlling hat. Nach seinem Berufseinstieg bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wechselte er 2008 zu MAN. Als das Unternehmen 2009 die Marke Volkswagen Caminhões e Ônibus (VWCO) in Brasilien übernimmt, bietet sich Maier eine großartige Chance: Für ein ganzes Jahr zieht er nach São Paulo und arbeitet am Hauptsitz von VWCO im Controlling. „Das war eine tolle Erfahrung, die mich persönlich und beruflich stark geprägt hat.“ Denn die Kontakte, die er in Brasilien knüpft, halten bis heute. Nach einem Jahr kehrt Maier nach München zurück, doch schon 2015 zieht es ihn erneut nach Brasilien: dieses Mal für drei Jahre nach Rio de Janeiro. Portugiesisch spricht er mittlerweile fließend.

Projektmensch

In Rio übernimmt Maier die kaufmännische Geschäftsleitung des damaligen Unternehmens MAN Diesel & Turbo Brasil Ltda und arbeitet in verschiedenen Projekten. Er ist an der Einführung eines SAP-Systems beteiligt, baut eine Accounting- und Steuerabteilung auf. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland bereitet er mit einem Team aus Mitarbeitern und Beratern den ersten Abschluss der TRATON SE für den Börsengang vor. „Das war eine sehr arbeitsintensive Zeit, aber mir hat es gefallen, so viel Neues zu lernen.“ Nach seinem Lieblingsprojekt gefragt muss Maier etwas nachdenken: „Ich sehe das ähnlich wie Eltern ihre Kinder sehen: Eins ist vielleicht etwas größer, das andere etwas kleiner – letztlich mag man alle gleich gerne und sieht in jedem etwas Positives.“

Bergsteiger

Maier hat dank seiner französischen Mutter zwei Staatsbürgerschaften. Das Arbeiten in internationalen Teams schätzt der Experte für Rechnungswesen sehr. „Wenn man nicht dieselbe Sprache spricht, kann es schon mal Missverständnisse geben“, erzählt Maier. Wenn man das aber im Hinterkopf behalte, Geduld mitbringe und sich offen mit dem kulturellen Hintergrund der anderen Person auseinandersetze, dann könne man von der Vielfalt im Team unheimlich profitieren. „Man muss sich eine interkulturelle Brille aufsetzen. Das hilft dabei, Dinge von einer anderen Warte zu sehen.“ Dabei können man lernen, dass die eigene Art, Projekte anzugehen, nicht die einzig zielführende sein muss. Wenn Maier nicht arbeitet, macht er gerne Sport, zum Beispiel Wandern, Schwimmen oder Inlineskaten. Aktuell belegt er einen Tenniskurs. Und er verbringt viel Zeit in der Natur. Vor allem die Berge haben es ihm angetan: „Ich genieße die Stille dort.“ Auch im Urlaub blickt Maier gerne durch die interkulturelle Brille. Zusammen mit seiner Frau ist er viel unterwegs, um die Welt und andere Kulturen zu entdecken.

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