TRATON feierte jüngst den ersten Jahrestag seines Menschenrechtsausschusses (Human Rights Committee, HRC). Mit der unternehmensweiten Initiative soll sichergestellt werden, dass alle Aktivitäten weltweit die Vorschriften zur Sorgfaltspflicht im Bereich der Menschenrechte einhalten. Der Menschenrechtsausschuss ist wegweisend, wenn es darum geht, die Wirksamkeit von Maßnahmen zum Schutz der Menschenrechte in allen Funktionen von TRATON zu überprüfen. Diese zielen darauf ab, die Würde und das Wohlergehen von Menschen sowie Gemeinschaften zu schützen.

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Spielt eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung des HRC: Yasmin Mansour, Anwältin für internationales Recht und Menschenrechte und Expertin für Wirtschaft & Menschenrechte bei TRATON SE.

Als ein weltweit führender Anbieter von Transportlösungen ist sich die TRATON GROUP der Auswirkungen bewusst, die ihre Geschäftstätigkeit auf Einzelpersonen und Menschengruppen weltweit haben kann. Yasmin Mansour, Anwältin für internationales Recht und Menschenrechte, spielt eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung des HRC und ist zudem Expertin für Wirtschaft & Menschenrechte bei TRATON SE. „Bei der Einrichtung des HRC haben wir berücksichtigt, dass das Thema Menschenrechte bereichs- und funktionsübergreifend ist und dass jede TRATON-Funktion für die Integration und Verabschiedung von Maßnahmen zum Schutz der Menschenrechte in ihrem jeweiligen Bereich verantwortlich ist. Der Zweck des HRC ist es sicherzustellen, dass unser Menschenrechtsmanagementsystem effektiv ist. Bei Bedarf empfiehlt der Ausschuss Anpassungen.“

Menschenrechtsthemen sind in allen Geschäftsbereichen wichtig – von Governance, Risiko und Compliance (GRC), Personalwesen, Umwelt-Compliance und Nachhaltigkeit bis hin zu Recht und Exportkontrolle. Der Ausschuss bringt diese daher an einen Tisch, um in den jeweiligen Bereichen Standards einzuführen. Die Mitglieder des Ausschusses treffen sich, um unterschiedlichste Themen zu beraten. Darunter fallen auch das Verfahren zur Risikoanalyse und das Hinweisgebersystem von TRATON, das es dem Unternehmen ermöglicht, alle potenziellen negativen Auswirkungen auf die Menschenrechte im Rahmen der Geschäftsaktivitäten zu behandeln.

TRATON darüber hinaus großen Wert auf die Aufklärung der Mitarbeitenden über die Bedeutung dieser Themen: „Letztes Jahr haben wir einen ‚Anti-Corruption & Human Rights Day‘ veranstaltet. Außerdem organisieren wir regelmäßig Schulungen und Veranstaltungen zum Thema Wirtschaft und Menschenrechte. Bei diesen Veranstaltungen informieren wir über Menschenrechte und die Rahmenbedingungen, mit denen wir arbeiten, und machen sie anhand von Fallbeispielen greifbar und verständlich“, sagt Mansour.  

Mechanismen & Maßnahmen

Angesichts der sich ständig verändernden globalen Menschenrechtslage überprüft und ergreift TRATON fortlaufend Maßnahmen zum Schutz der Menschenrechte und der Umwelt. „Die Risikoanalyse ist ein integraler Bestandteil des Due-Diligence-Prozesses zu Menschenrechten, da sie es uns ermöglicht, unseren Einfluss aus der Perspektive der Menschenrechte und der Umwelt zu ermitteln und entsprechend zu adressieren“, erklärt Mansour.

Menschenrechts- und Umweltverpflichtungen gelten nicht nur für die Aktivitäten innerhalb der TRATON GROUP, sondern auch für das Verhalten ihrer Lieferanten und Geschäftspartner. In den letzten Jahren hat TRATON eine Reihe von Mechanismen integriert, die präventive und mildernde Maßnahmen umfassen und darauf abzielen, Menschenrechte und verantwortungsvolles Umweltverhalten in der gesamten Lieferkette zu fördern. „Zu diesen Maßnahmen gehören spezifische Schulungen, Aktualisierungen der internen Richtlinien und die Aufnahme der Menschenrechte in unseren kürzlich aktualisierten Verhaltenskodex für Mitarbeiter sowie in unseren Verhaltenskodex für Lieferanten und Geschäftspartner“, erklärt Mansour.

„Die Einrichtung eines angemessenen Hinweisgebersystem, um potenzielle Menschenrechts- und Umweltverletzungen zu melden, ist ein wesentlicher Bestandteil eines wirksamen Menschenrechts-Managementsystems“, sagt Mansour. TRATON verfügt über verschiedene Kanäle, über die mutmaßliche Verstöße gemeldet werden können. Meldungen über Menschenrechts- und Umweltverstöße werden in Übereinstimmung mit der Verfahrensordnung für das Beschwerdeverfahren der TRATON GROUP und in den in der Richtlinie zu internen Untersuchungen festgelegten Grundsätzen, wie dem Schutz von Hinweisgebern, der Verfahrensfairness, der Vertraulichkeit und dem Legalitätsprinzip, untersucht. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden an das HRC, den TRATON-Vorstand und andere zuständige Gremien berichtet. Hier wird entschieden, ob weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Die Leitprinzipien der Vereinten Nationen

Der Schutz der Menschenrechte ist für TRATON von grundlegender Bedeutung: Die TRATON GROUP ist bestrebt, ihre Praktiken in Übereinstimmung mit internationalen Standards und Grundsätzen durchzuführen. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, im Einklang mit den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, in einem internationalen Rahmen für die Verbesserung von Geschäfts- und Menschenrechtsstandards und -praktiken, zu handeln.

Schutz & Förderung

Die TRATON SE hat sich 2017 mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt zu einer vielfältigen und integrativen Belegschaft verpflichtet und ist seit 2020 deren Mitglied. Die Unternehmensinitiative zielt darauf ab, die Anerkennung, Wertschätzung und Integration von Vielfalt in der Unternehmenskultur in Deutschland zu fördern. Unternehmen sollen ein Arbeitsumfeld schaffen, das frei von Vorurteilen ist und in dem jeder Mitarbeiter unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft und Nationalität, Geschlecht, Religion und Weltanschauung, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, sexueller Orientierung und sozialer Herkunft wertgeschätzt wird.

Die Marken Scania, MAN, Navistar und Volkswagen Truck & Bus (VWTB) der TRATON GROUP haben eine Reihe von Maßnahmen und Initiativen umgesetzt, die das Engagement des Unternehmens für Menschen- und Umweltrechte unterstreichen.

Navistar_initiative
In Nordamerika engagiert sich das Navistar-Montagewerk Escobedo für Umweltziele und schafft Möglichkeiten, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. 60 EAP-Mitarbeiter feierten kürzlich den Nationalen Tag des Baumes in Mexiko, indem sie sich freiwillig an einer Wiederaufforstungskampagne beteiligten. Mit solchen Aktionen will EAP seine soziale Verantwortung gegenüber seiner Gemeinde, seinen Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern stärken.

Im Einklang mit den Zielen der TRATON GROUP arbeitet Scania an einer nachhaltigen Transportwelt – und das geht über die Reduzierung der Umweltbelastung hinaus: Das Ziel ist eine faire Transportbranche. Scania und MAN sind Teil der von Corporate Social Responsibility (CSR) Europe geleiteten Initiative „Responsible Trucking“, die die Branche zur Umsetzung höherer Sozialstandards bewegen will. Zusammen mit ihren Zulieferern streben die beiden TRATON-Marken höchste Standards in den Bereichen Menschenrechte, soziale Nachhaltigkeit und Sicherheit an.

In Brasilien hat die VWTB das Programm New Horizons für Menschen mit Behinderungen ins Leben gerufen, das ihnen die Möglichkeit bietet, eine Hochschulausbildung zu absolvieren. Alle Teilnehmer erhalten ein Vollstipendium für bestimmte Studiengänge, wie beispielsweise Ingenieurwesen, Betriebswirtschaft oder Finanzen. Am Ende des Programms erhalten die Absolventen Positionen bei VWTB, die mit ihrem Studienfach in Zusammenhang stehen.

In Mexiko hat sich das Navistar-Montagewerk Escobedo (EAP) darauf konzentriert, einzigartige Möglichkeiten zu schaffen, Umweltziele zu fördern und dem Klimawandel entgegenzuwirken. 60 EAP-Mitarbeiter feierten kürzlich den Nationalen Tag des Baumes in Mexiko, indem sie sich freiwillig an einer Wiederaufforstungskampagne beteiligten. Sie pflanzten mehr als 30 Bäume auf dem Werksgelände und in einem angrenzenden, von einem Feuer verwüsteten Gebiet. Mit Aktionen wie diesen will EAP seine soziale Verantwortung gegenüber der Gemeinde, seinen Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern stärken.

Der Weg in die Zukunft

TRATON entwickelt und verbessert seine Due-Diligence in Bezug auf Menschenrechte weiter und hält sich an alle bestehenden Gesetze. Das Unternehmen wird insbesondere die Ergebnisse seiner Risikoanalysen sowie die Erkenntnisse aus den Gesprächen mit den relevanten Interessengruppen berücksichtigen.

supplier day
Bei ersten Supplier Day der TRATON GROUP am 9. November 2023 wurde intensiv über die Menschenrechts- und Umweltverpflichtungen informiert. In den vergangenen Jahren hat TRATON eine Reihe von Mechanismen integriert, die präventive und mildernde Maßnahmen umfassen und darauf abzielen, Menschenrechte und verantwortungsvolles Umweltverhalten in der gesamten Lieferkette zu fördern.

So wird TRATON in diesem Jahr zum ersten Mal einen Bericht an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gemäß dem deutschen Lieferkettengesetz übermitteln, in dem das Unternehmen ausführlich darlegt, welche Maßnahmen ergriffen wurden, um die Einhaltung seiner menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten sicherzustellen. Darüber hinaus wird das Unternehmen auch weiterhin die neuen Gesetze zur Sorgfaltspflicht in Bezug auf Menschenrechte beachten, einschließlich der bevorstehenden EU-Richtlinie zur Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit (CSDDD).

Gemeinsam werden diese Schritte TRATON in die Lage versetzen, menschenrechtliche Herausforderungen zu erkennen und die Wirksamkeit seiner Maßnahmen zum Schutz der Menschenrechte und der Umwelt kontinuierlich zu verbessern. Ziel ist es, negative Auswirkungen auf die Menschen und unseren Planeten zu verhindern, abzumildern und zu beheben.