Nüchterne Zahlen und Sinn für Kunst müssen kein Widerspruch sein, das beweist Fernanda Gonçalves. Für Volkswagen Truck and Bus entwickelt sie statistische Modelle, privat liebt sie Musik, Tanz und Museen. Den größten Teil ihrer Freizeit widmet sie aber ihrem sozialen Engagement.

Text: Roman Scherer

„Ich bin eine brasilianische schwarze Frau, das macht mich in meinem Beruf zu einer Ausnahme“, erklärt Gonçalves. Die 43-Jährige ist ausgebildete Statistikerin und Mathematikerin und arbeitet seit über 20 Jahren als Datenwissenschaftlerin und Datenbankspezialistin. Seit zwei Jahren ist sie bei Volkswagen Truck and Bus. Dort entwickelt sie statistische Modelle. „Im Grunde genommen sorge ich dafür, dass aus Daten Wissen wird.“ Zum Einsatz kommt dieses Wissen dann im Bereich Gestão de Soluções Sob Medida (GSSM), dem maßgeschneiderten Lösungsmanagement für Kunden. „Ich nutze Telemetriedaten von RIO, mit deren Hilfe ich dann Vorhersagen zu bestimmten Funktionalitäten unserer Produkte und Services treffen kann“, so die Spezialistin.

Datenspezialistin

Gonçalves entwickelt auch Leistungskennzahlen und managt Reports für den Kundendienst. „So helfe ich dabei, die richtigen Impulse für Mitarbeiter im Service-Netzwerk zu setzen“, erklärt sie. Ziel sei, die Kundenerfahrung zu verbessern. „Ich halte mich für einen sehr engagierten und teilnahmsvollen Menschen, ich halte immer Ausschau nach Möglichkeiten, mit Kollegen aus anderen Bereichen und von anderen Marken der TRATON GROUP zusammenzuarbeiten“, sagt Gonçalves. Dabei ist ihr vor allem das zwischenmenschliche Zusammenspiel wichtig: „Ich bin davon überzeugt, dass wir nur im Team individuelle Höchstleistungen bringen können.“

Sichtweisen-Sammlerin

Gerade die Zusammenarbeit mit Kollegen aus anderen Bereichen findet Gonçalves sehr bereichernd: „Je nach Spezialgebiet bringt jeder seine ganz eigene Sichtweise mit.“ Das helfe, den eigenen Blick zu schärfen – und führe letztlich zu besseren Ergebnissen. „Der Austausch von Erfahrungen, Arbeitsweisen und Wissen fördert die Kreativität und verbessert auf jeden Fall die eigene Fähigkeit, Probleme zu lösen“, ist Gonçalves überzeugt. Dabei findet sie es wichtig, sich kulturellen Unterschieden in der Arbeitsweise anzupassen. „Wir sollten nicht voraussetzen, dass wir immer am gleichen Ort und in unserer gewohnten Umgebung arbeiten“, gibt sie zu bedenken. „Wir brauchen neue Fähigkeiten, Einstellungen und Verhaltensweisen, die es uns erlauben, über kulturelle Grenzen hinweg erfolgreich zu sein.“ Das gelte auch für die Menschen, die immer noch wegen ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe und ihrer sozialen Herkunft mit Nachteilen konfrontiert seien.

Sozial Engagierte

Gonçalves will dazu beitragen, solche Grenzen und die damit verbundenen Nachteile zu überwinden. Deshalb widmet sie einen Großteil ihrer Freizeit sozialem Engagement. So verteilt sie zum Beispiel Essen an Bedürftige. Sie gibt auch Mathematikunterricht für unterprivilegierte Kinder, um ihnen so Fähigkeiten zu vermitteln, die ihnen dabei helfen können, einen Weg aus der Armut zu finden. Darüber hinaus engagiert sie sich in Gruppen, in denen es um Gleichstellung von Frauen und um ethnische Gleichstellung geht. Dazu gehört auch, dass sie ihre Erfahrungen in einem männlich dominierten beruflichen Umfeld teilt und Frauen motiviert, sich für ihre Rechte einzusetzen. Wenn neben ihrem ganzen Engagement noch Zeit bleibt, interessiert sie sich für Kultur: „Ich liebe Musik, Kunst und Tanz“, schwärmt Gonçalves, die gerne Museen und Theater besucht. Sie schätzt und bewundert afrikanische Kunst, sie selbst spielt auf dem Klavier oder mit der Gitarre Klassik und Rockmusik, „gerne auch Songs von Bon Jovi“. Und sie tanzt seit 25 Jahren in einer Samba-Schulen und nimmt an Paraden teil. Zur Ruhe kommt sie beim Reisen, dann lernt sie am liebsten mit ihrem Mann und ihrer elfjährigen Tochter neue Orte und Kulturen kennen.

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