
Als ich letztes Jahr nach meinem ersten Marathonlauf die Ziellinie überquerte, war ich richtig fertig. Muskeln und Gelenke schmerzten, die Strecke hatte mir alles abverlangt. Und doch war ich unglaublich glücklich. Gleichzeitig war ich mir sicher: Das tue ich mir nie wieder an. Falsch gedacht. Inzwischen bin ich die 42,195 Kilometer wieder gelaufen, mit einem besseren Ergebnis. Was mich antreibt? Neue Herausforderungen anzunehmen und die Grenzen des Machbaren auszuloten.
Das ist bei meiner Tätigkeit für die TRATON GROUP nicht anders: Auch das Engagement für weniger Kohlendioxid in der Erdatmosphäre ist kein Sprint, sondern ein Marathon, geht es doch darum, Schritt für Schritt voranzukommen.
Als Head of Powertrain Group Product Management sorge ich dafür, dass die von den TRATON-Marken produzierten Nutzfahrzeuge mithilfe hocheffizienter Verbrennungs- und Elektromotoren ihre Kohlendioxid-Emissionen massiv reduzieren. Ein Beispiel bei TRATON ist das Future Powertrain Programm – abgekürzt FPP. Diese Gruppen-Initiative konzentriert sich darauf, die Leistung von Verbrennungsmotoren und die Effizienz von Antriebssträngen zu verbessern.
Neben unserer Elektrifizierungsstrategie ist die Verbesserung konventioneller Antriebsstränge ein wichtiger Hebel, um unsere CO2-Ziele zu erreichen. Kombiniert mit alternativen grünen Kraftstoffen, etwa HVO100 oder Biodiesel, lassen sich so die CO2-Emissionen im Fahrbetrieb im Vergleich zu fossilem Diesel um bis zu 90 % reduzieren.
Denn Nutzfahrzeuge mit klassischem Verbrennungsmotor werden in vielen Märkten auf der Welt noch viele Jahre parallel zu batterieelektrischen Modellen im Einsatz sein. Daher arbeiten mein Team und ich weltweit und markenübergreifend.

Wie wichtig es ist, auf die Wünsche der Kunden und die jeweiligen Marktbedingungen einzugehen, habe ich während meiner Tätigkeit als Engineering Director bei Cummins Fuel System im US-Bundesstaat Indiana erfahren. Anders als in Europa ist das Geschäft in den USA stärker auf kurzfristige Erfolge ausgerichtet. Innerhalb kürzester Zeit muss ein wirtschaftlicher Vorteil für den Kunden geschaffen und gleichzeitig eine skalierbare Lösung präsentiert werden – eine echte Herausforderung. Meine Erfahrungen in den USA helfen mir jetzt dabei, meine neue Aufgabe zusammen mit meinem Team erfolgreich umzusetzen. Ich kann jedem Kollegen nur empfehlen: Nutzt die Gelegenheit, in ein anderes Unternehmen oder eine neue Kultur einzutauchen – es lohnt sich!
Der Blick über den eigenen Tellerrand eröffnet wertvolle Einsichten und hilft, unterschiedliche Perspektiven zu nutzen, um noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Zum Beispiel, wenn es darum geht, die reibungslose Zusammenarbeit auf allen Produktionsebenen perfekt aufeinander abzustimmen. Hier gibt es bei der TRATON GROUP und den Marken ein gewaltiges Potenzial im Bereich Synergien. Mit dem TRATON Modular System (TMS) wollen wir auch im Powertrain Group Product Management die Schnittstellen innerhalb der Gruppe standardisieren – und so dazu beitragen, dass TRATON und die Marken künftig noch effizienter und gezielter agieren können. Das betrifft nicht nur den Bereich Forschung & Entwicklung, sondern auch Produktion, Einkauf, Vertrieb und Marketing. Um dieses Ziel zu erreichen, achte ich im Team auf individuelle Verantwortlichkeit. Dieser Arbeits- und Führungsstil macht aus einem guten Team ein sehr gutes Team. Grundlage ist, dass ich meinen Kollegen gut zuhöre und deren unterschiedliche Standpunkte bei meinen Entscheidungen berücksichtige.
Seit Januar 2025 arbeite ich wieder in Södertälje und lebe mit meiner Familie in Stockholm – eine tolle Stadt mit einer fantastischen Mischung aus urbanem Flair und atemberaubender Natur in unmittelbarer Umgebung. Und so stehen im Frühjahr und Sommer Outdoor-Aktivitäten wie Mountainbikefahren und Laufen auf dem Programm, im Winter geht´s raus zum Skifahren. Gibt es etwas, was ich an den USA vermisse? Oh ja − das leckere mexikanische Essen. Ich freue mich schon jetzt auf meine nächste Dienstreise in die Vereinigten Staaten und auf den Besuch einer typischen Cantina…
Viele Grüße aus Schweden,
Emil Bojvall