Valentin Krehl sammelt Kundenwünsche. Der Business Analyst gewinnt daraus Informationen für die Produktentwickler der TRATON GROUP. So bekommt das Unternehmen einen Überblick darüber, welche besonderen Anforderungen die Kunden an ein Fahrzeug haben.

Text: Silke Bauer

Seine skandinavischen Bekannten sagen, Valentin Krehl sei der nordischste Deutsche, den sie kennen. Der gebürtige Allgäuer hat schon in Finnland und Norwegen gelebt; seit sechs Jahren wohnt er in Schweden. Dort arbeitet er seit April 2021 für die TRATON AB. Als Business Analyst sammelt er Kundenwünsche in einer Datenbank. Krehls aktuelles Projekt ist eines, das für die ganze TRATON GROUP relevant ist und an dem alle Marken der Gruppe beteiligt sind. Es geht um die Entwicklung einer E-Achse. „In verschiedenen Ländern gibt es sehr unterschiedliche Anforderungen an eine solche Achse“, sagt der 30-Jährige, der einen Masterabschluss in Production Engineering und Management hat. Als Beispiel nennt er Brasilien. „Dort sind die Wegbeschaffenheiten ganz anders als in Deutschland. Eine E-Achse muss dort also ganz besondere Anforderungen erfüllen.“ Krehls Job ist es, solche Informationen zu sammeln, zu ordnen und an die Produktentwickler weiterzugeben.

Business Analyst

Gemeinsame Projekte wie die E-Achse sind wichtig für die TRATON GROUP. In ihnen kommen Synergien im Zusammenspiel innerhalb der Gruppe voll zum Tragen. Krehl tauscht sich jeden Tag mit Kollegen bei Scania, MAN und den anderen Marken aus. Sein Team ist international, die Mitarbeiter kommen alle aus dem Ingenieurbereich. Krehl schätzt die Arbeitsatmosphäre in diesem Team sehr: „Ich finde es spannend und dynamisch, in einer internationalen Team-Konstellation zusammenzuarbeiten. Unsere unterschiedlichen Hintergründe helfen uns dabei, öfter mal um die Ecke zu denken.“ Dass Deutsche eher bedacht und analytisch handeln, während US-Amerikaner schnell die Ärmel hochkrempeln und zur Tat schreiten, da sei durchaus etwas dran, so Krehls Erfahrung. „Eine Mischung daraus zu haben, ist gut. So bleibt man im Team beweglich und kommt schneller voran.“ Ständige Kommunikation sei allerdings unabdingbar, so können Missverständnisse vermieden – oder zumindest schnell aufgelöst werden. Und Krehl ergänzt: „Es ist wichtig, dass wir als Team ein klares gemeinsames Ziel haben und das auch in regelmäßigen Abständen überprüfen.“

Zielsetzer

Ziele setzt Krehl sich nicht nur im Berufsleben, sondern auch in seiner Freizeit. Der leidenschaftliche Radfahrer trainiert für Vätternrundan, die größte Breitenradsportveranstaltung der Welt, die im Sommer in Südschweden stattfindet. 340 Kilometer rund um den Vätternsee radeln: „Das ist etwas, was jeder Schwede einmal gemacht haben sollte.“ Wann immer es geht, lässt Krehl die U-Bahn links liegen und nimmt das Rad, doch bei aller Liebe zum Drahtesel – in den Wintermonaten ist es dem Deutschen einfach zu kalt, um in die Pedale zu treten: „Im Winter haben wir hier minus 12 Grad.“ Sport spielt für Krehl eine große Rolle, er nimmt zum Beispiel an Triathlon-Wettkämpfen teil. „Das Schwimmen ist für mich die größte Herausforderung“, sagt er und lacht. „Da lautet mein Ziel nur: irgendwie durchkommen.“ Richtig abschalten kann er hingegen beim Musikhören und beim Segeln: „Da ich aus dem Allgäu komme, kannte ich das gar nicht und habe diesen Sport in Schweden wirklich schätzen gelernt.“

Abenteurer

Jeden Sommer in das immer gleiche Hotel auf Mallorca: Das ist nichts für Krehl. „Ich bin von Natur aus ziemlich neugierig und liebe es, neue Sachen auszuprobieren.“ Auch im Urlaub bleibt der Bayer seinem Fahrrad treu und nimmt es einfach mit in weit entfernte Länder. Er mag es, eher unbekannte Ecken der Erde zu entdecken und ist bereits durch Kirgistan und Georgien geradelt. Besonders reizvoll erscheint ihm die Mountainbike-Route The Great Divide, die sich von Kanada über die USA nach Mexiko erstreckt. „Es ist mein Traum, da mal mit dem Fahrrad durchzufahren.“

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