Quehenberger Logistics setzt auf eine moderne MAN-Flotte, die jetzt ein MAN TGM 26.360E ergänzt.
Quehenberger Logistics setzt auf eine moderne MAN-Flotte, die jetzt ein MAN TGM 26.360E ergänzt.

Eine fast 600 Fahrzeuge starke eigene Flotte, durchgehend mit Euro-6-Standard, in Österreich ausschließlich mit Biodiesel unterwegs und dazu noch ein Eco-Training für jeden Fahrer – mit diesem Maßnahmenpaket zur CO2-Reduktion legt Quehenberger Logistics bereits gut vor. Doch das reicht dem österreichischen Marktführer in der Retail Logistik, der europaweit Filialen und Shops in Ballungszentren beliefert, noch nicht. Denn stetig wachsende Warenströme machen einen Wandel der städtischen Verteilerverkehre unumgänglich.

Elektrofahrzeuge ideal für die Citylogistik

Die Zukunft der Citylogistik sieht Quehenberger-CEO Christian Fürstaller deshalb in der Elektromobilität, da sich Elektrofahrzeuge seiner Ansicht nach für den städtischen Verteilerverkehr ideal eignen. Gerade als Familienunternehmen fühle man sich auch den kommenden Generationen verpflichtet. Die Verringerung der Klima- und Umweltbelastungen durch den Verkehr und die Senkung der Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen sind für ihn zentrale Aufgaben. Aus diesem Grund ist Quehenberger Logistics Mitglied im österreichischen Council für nachhaltige Logistik CNL und beteiligt sich am MAN-eTruck-Feldversuch.

Der lokal emissionsfreie MAN eTruck passt zur Nachhaltigkeitsphilosophie des belieferten Kunden.
Der lokal emissionsfreie MAN eTruck passt zur Nachhaltigkeitsphilosophie des belieferten Kunden.

Nachhaltige Transportlösung bei Kunden gefragt

Der MAN TGM 26.360 E, den Quehenberger seit Mitte September 2018 testet, ist ein Fahrgestell mit untergefalteter Hebebühne für die Aufnahme von Wechselbrücken und steuert aktuell hauptsächlich Filialen des österreichischen dm Drogeriemarkts im Stadtgebiet von Salzburg an. Diese Kombination passt übrigens perfekt, ist Nachhaltigkeit doch auch ein elementarer Bestandteil der dm-Unternehmensphilosophie.

Berufskraftfahrer Bernd Stangl ist für Quehenberger mit dem eTGM unterwegs.

„Anfangs planten wir die Touren eher vorsichtig und tasteten uns eben heran. Jeden Tag ein Kunde mehr, quasi. Für diesen Einsatzzweck ist das Fahrzeug absolut tauglich.“

Bernd Stangl ist als Berufskraftfahrer für Quehenberger mit dem eTGM unterwegs.
Auch die Konfiguration mit Wechselbrücke ist für das MAN TGM 26.360 E-Fahrgestell kein Problem.
Auch die Konfiguration mit Wechselbrücke ist für das MAN TGM 26.360 E-Fahrgestell kein Problem.

Objektiv und professionell getestet

Mit Fahrer Bernd Stangl ist der MAN eTruck bei Quehenberger Logistics in erfahrenen Händen. Er ist seit über 20 Jahren Berufskraftfahrer und seit rund fünf Jahren als Zusteller bei Quehenberger. „Etwas Neues auszuprobieren ist doch immer interessant, oder? Außerdem finde ich es spannend, mit meinem durchaus auch mal kritischen Feedback zur Weiterentwicklung dieser Fahrzeuge beitragen zu können“, erklärt der 50-jährige Testfahrer seine Motivation am Feldversuch teilzunehmen.

Vor dem eTGM fuhr Bernd Stangl einen herkömmlichen MAN und kann daher gut vergleichen. Dabei positiv sehr auffällig: Der enorme Vortrieb des E-Lkw. Für die täglichen Touren ist der 26-Tonner eTGM zwar in der Regel voll beladen, erreicht aber nicht sein zulässiges Gesamtgewicht. „Da kommt man schon sehr ordentlich vom Fleck, das muss ich zugeben“, erzählt Bernd und grinst mit einem Augenzwinkern.

Mit der Reichweite von 180 Kilometern hat er keine Probleme, obwohl er durchaus einige Ladestellen anfährt und an fast jeder die elektrisch betriebene Hebebühne benutzen muss. „Anfangs planten wir die Touren eher vorsichtig und tasteten uns eben heran. Jeden Tag ein Kunde mehr, quasi. Für diesen Einsatzzweck ist das Fahrzeug absolut tauglich“, beschreibt Bernd.

Problem praxistauglich gelöst - bis die zukünftige Ladestation am Standort des eTrucks aufgebaut ist, macht eine mobile Ladeeinheit das Laden mittels einer herkömmlichen Starkstromsteckdose möglich.
Problem praxistauglich gelöst - bis die zukünftige Ladestation am Standort des eTrucks aufgebaut ist, macht eine mobile Ladeeinheit das Laden mittels einer herkömmlichen Starkstromsteckdose möglich.

Realistische Erfahrungswerte sammeln

Schon vor einer Serienfertigung Erfahrungen mit der alternativen Antriebslösung zu sammeln, ist Quehenberger sehr wichtig und hat, neben den ökologischen, auch ganz pragmatische Gründe: Zum einen bietet es die Möglichkeit, in einer Vorreiterrolle aktiv mitzugestalten. Zum anderen erhofft sich das Unternehmen durch initiatives Handeln einen Impuls für Politik und Wirtschaft. So wäre es beispielsweise durch die lärmfreien Fahrzeuge möglich, außerhalb der Stoßzeiten anzuliefern, was den städtischen Verkehr entlasten könnte, aber erst noch vom Gesetzgeber erlaubt werden muss. Außerdem brauche es erfolgreiche Tests um das Vertrauen in E-Fahrzeuge zu stärken und damit die Nachfrage zu steigern. Dies bildet die Grundlage für eine Serienfertigung im großen Stil und sorgt langfristig für günstigere Konditionen pro Fahrzeug.

Interesse am E-Lkw ist enorm

Für viel Aufmerksamkeit sorgt der eTGM auf jeden Fall schon, denn neben der Erprobung des E-Lkw im täglichen Zustellerverkehr hat Bernd seit Testbeginn einen weiteren Job: „Laufend werde ich angesprochen. Die Leute sind wirklich neugierig. Die lesen „Ich bin ein E-Lkw“ und schon geht’s los mit der Fragerei. Wie weit kommt der? Wirklich nur mit Strom? Funktioniert das echt?“ Demnächst werden sich dann sicher noch weitere seiner Kollegen löchern lassen müssen – Anfang 2019 übernimmt Quehenberger Logistics nämlich drei MAN eTGE Elektro-Transporter.