Bereits Anfang der Neunziger Jahre war Andreas Renschler, CEO der TRATON AG, das erste Mal in Brasilien. Es gebe viele Werte, die Deutschland mit dem südamerikanischen Land teile, sagt er. Dazu gehöre freier Handel ebenso wie Offenheit und demokratisches Selbstverständnis. Das sei auch der Grund, weshalb er sich für ein Engagement im Lateinamerika-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft entschieden habe, dessen Vorsitzender er ist. „Ich glaube, dass es sich lohnt, sich für Brasilien einzusetzen.“ Das hat Tradition: Seit mehr als 100 Jahren sind deutsche Unternehmen in der heute achtgrößten Volkswirtschaft der Welt aktiv. Und mittlerweile investieren auch zunehmend brasilianische Unternehmen erfolgreich in Deutschland, hebt Renschler, hervor: „Die deutsch-brasilianischen Wirtschaftsbeziehungen sind keine Einbahnstraße, sie sind wichtig für beide Länder und haben auch in Zukunft ein großes Potenzial.“

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TRATON hat daher ein besonderes Interesse an erfolgreichen Beziehungen. Immerhin ist man in dem riesigen Land seit vielen Jahren Marktführer. Darüber hinaus stehen für das Unternehmen zunehmend die Exportmöglichkeiten von Brasilien in andere Märkte im Fokus, die dem Land eine ökonomisch aussichtsreiche Zukunft versprechen. Und der Anfang dafür ist gemacht: Nach Jahren der Rezession geht es mit der brasilianischen Wirtschaft wieder aufwärts. 2,8 Prozent Wirtschaftswachstum prognostiziert die OECD dem Land für 2019¹. Auch das brasilianische „Superwahljahr“ mit den im Oktober 2018 anstehenden Präsidentschaft- und Kongresswahlen tut der Stabilität des Aufschwungs bislang keinen Abbruch.

Ambassador Roberto Jaguaribe, Präsident, Brasilianische Export- und Investitionsförderungsagentur, APEX-Brasil / Oliver Wittke, MdB, Parlamentarischer
Staatssekretär, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie – BMWi / Yana Dumaresq Sobral Alves, Vize-Ministerin im brasilianischen Ministerium für
Industrie, Außenhandel und Dienstleistungen – MDIC / Ingo Plöger, Präsident des Latin American Business Council – CEAL / Andreas Renschler, Vorsitzender
des Lateinamerika-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft – LADW, Mitglied des Konzernvorstands der Volkswagen AG und CEO TRATON AG /
Dr. Hildegard Stausberg, Journalistin, Die Welt
Ambassador Roberto Jaguaribe, Präsident, Brasilianische Export- und Investitionsförderungsagentur, APEX-Brasil / Oliver Wittke, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie – BMWi / Yana Dumaresq Sobral Alves, Vize-Ministerin im brasilianischen Ministerium für Industrie, Außenhandel und Dienstleistungen – MDIC / Ingo Plöger, Präsident des Latin American Business Council – CEAL / Andreas Renschler, Vorsitzender des Lateinamerika-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft – LADW, Mitglied des Konzernvorstands der Volkswagen AG und CEO TRATON AG / Dr. Hildegard Stausberg, Journalistin, Die Welt

In dieser positiven Grundstimmung fanden vom 24. bis zum 26. Juni auf dem Kölner Messegelände die Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage 2018 statt. Um die 500 Akteure aus Politik und Wirtschaft der beiden Länder diskutierten dort auf etlichen Panels, Sitzungen und Meetings über die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer etwa darin, dass brasilianische Politiker um die Dringlichkeit weitreichender Reformen wissen. Dies bestätigten in puncto Bürokratieabbau auch anwesende Regierungsvertreter aus Brasília. Derweil wurde deutlich, dass bei der bilateralen Zusammenarbeit dringliche Aufgaben auf beide Länder warten. Auf der Tagesordnung der Wirtschaftstage stand daher zum einen das fehlende Doppelbesteuerungsabkommen. Zum anderen wurde von hier aus an die deutschen Politiker appelliert, sich für das EU-Mercosur-Handelsabkommen einzusetzen. Neben der Digitalisierung und der humanen Gestaltung der Globalisierung sind damit die wichtigsten Themenfelder der Veranstaltung benannt.

„Dieses Treffen bietet die einmalige Gelegenheit, die wichtigsten Akteure in den deutsch-brasilianischen Wirtschaftsbeziehungen zu treffen“, sagte am Rande Veranstaltung Roberto Cortes, CEO von Volkswagen Caminhões e Ônibus. Ihm gehe es dabei vor allem darum, die gute Zusammenarbeit voranzubringen, indem in Köln weitere Maßnahmen auf den Weg gebracht werden: „Etwa das Handelsabkommen, auf das wir seit Jahren hinarbeiten, sowie die Frage der doppelten Besteuerung, die wir derzeit noch haben.“ Die Beziehungen beider Länder sieht er auf einem guten Weg.

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Zum Symbol dafür kann der elektrische Lkw e-Delivery werden. Er wird im brasilianischen Resende hergestellt, Prototypen durchlaufen derzeit schon umfangreiche Tests. Für 2020 ist der Start der Serienproduktion geplant. Bereits heute ist Volkswagen Caminhões e Ônibus einer der größten brasilianischen Exporteure von Lkw und Bussen, unterstreicht Adilson Dezoto, Vice President of Manufacturing bei Volkswagen Caminhões e Ônibus. Er fügt hinzu: „Darüber hinaus unterhalten wir ein globales Forschungs- und Entwicklungszentrum, das weltweit für Konzeptionierung, Herstellung, Test und Produktion für jeden einzelnen der mehr als 800.000 Lkw und Busse von Volkswagen verantwortlich ist, die in 30 Ländern im Einsatz sind.“ So trage man dazu bei, Engineering und Know-how in Brasilien zu entwickeln. Und das stärke die Fähigkeiten des Landes und erschließe Exportpotenziale.

Botschaften wie diese aus Resende kamen bei den Wirtschaftstagen in Köln selbstverständlich gut an. „Für uns ist Brasilien ein sehr wichtiger Standort“, verdeutlicht Andreas Renschler den Stellenwert deutsch-brasilianischer Kooperation nachdrücklich: „Ich glaube an Brasilien, wir als Unternehmen glauben an Brasilien.“

 

¹ http://www.oecd.org/eco/outlook/brazil-economic-forecast-summary.htm