Durch das Blockheizkraftwerk am MAN-Standort München werden jährlich 9.500 Tonnen CO2 eingespart.
Durch das Blockheizkraftwerk am MAN-Standort München werden jährlich 9.500 Tonnen CO2 eingespart.

Grün wirkt er mit bloßem Auge nicht, eher blaugrau. Und doch ist dieser Quader in München-Allach ein Meilenstein der MAN-Klimastrategie mit dem Ziel der „Grünen Fabrik“. Denn der Bau mit seinen Gastanks und schmalen Schornsteinen beherbergt das 2017 in Betrieb genommene Blockheizkraftwerk des Lkw-Werks von MAN. Zwei 2,5-Megawatt-Erdgas-Aggregate erzeugen einen guten Teil des Strombedarfs der Fabrik direkt vor Ort. Die jährliche Menge an CO2-Emissionen, die dadurch eingespart wird, beträgt satte 9.500 Tonnen. Die bei der Stromerzeugung anfallende Abwärme wird zum Heizen verwendet.

 

Und auch für den gegensätzlichen Fall ist gesorgt: Die Gebäudekühlung, für gewöhnlich eine extrem energieintensive Angelegenheit, übernimmt ein System, das Kühldecken in den Räumen mit Brunnenwasser speist. Sukzessive werden die Gebäude des Werks daran angeschlossen. „Das Blockheizkraftwerk und die Brunnenwasseranlage in München sind zwei von etlichen Maßnahmen, die wir weltweit durchführen, um die Ziele unserer Klimastrategie zu erreichen“, ordnet Peter Attin, Head of Corporate Responsibility TRATON und MAN, das vielfältige Engagement des Konzerns im nachhaltigen Klimaschutz ein. Wie weit dieses Engagement reicht, zeigt der Blick über Deutschland hinaus.

Am Wasser, unter der Sonne: Ein gigantisches Solardach ziert das Scania-Werk in Zwolle.
Am Wasser, unter der Sonne: Ein gigantisches Solardach ziert das Scania-Werk in Zwolle.

Beispielsweise ans Ijsselmeer in den Niederlanden. Hier manifestiert sich das Engagement in wahrhaft gigantischem Ausmaß: So viel wie knapp acht Fußballfelder misst das Solardach, das im Scania-Werk in Zwolle 2017 installiert wurde. Die aus 22.000 Solarpanels bestehende beeindruckende Anlage stellt eine Energieleistung von sechs Megawatt bereit. „Scania engagiert sich entschlossen für die Reduzierung des unternehmenseigenen CO2-Fußabdrucks“, sagt Ruthger de Vries, Executive Vice President und Head of Production and Logistics, Scania. „Wir haben uns ehrgeizige Ziele gesetzt und sind auf gutem Weg, eine CO2-Neutralität zu erreichen.“

 

Insofern ist es folgerichtig, dass Scania am Standort Zwolle neben der Sonnenenergie zudem auf Windkraft setzt und zwei Windturbinenanlagen auf dem Werksgelände errichtet. Die lokalen Behörden schätzen das außerordentliche Engagement: „Als einer der größten Arbeitgeber unserer Provinz beweist Scania, dass man es mit der Energiewende sehr ernst meint“, sagt Annemieke Traag, Executive Council der Provinz Overijssel für Energie, Umwelt und europäische Angelegenheiten.

Arbeiten bei Tageslicht: die hoch automatisierte und nachhaltige Fabrik in Resende.
Arbeiten bei Tageslicht: die hoch automatisierte und nachhaltige Fabrik in Resende.

Für den dritten Meilenstein führt der Blick nach Brasilien zu Volkswagen Caminhões e Ônibus. In Resende bei Rio de Janeiro werden in einer hoch automatisierten Fabrik Lkw gefertigt. 38 Roboter gehen hier ihrem Job nach, in einer Werkshalle, die mit einem prismatischen Tageslichtsystem ausgestattet ist. Diese natürliche Beleuchtung ersetzt 114.400 Watt künstlichen Lichts und reduziert damit den Energieverbrauch deutlich. Daneben wurde das neue Testgelände mit einer Regenwasserfilteranlage ausgestattet, um Boden- und Grundwasserbelastung auszuschließen.

 

Auch in Bezug auf ihren Wasserverbrauch arbeitet die südamerikanische Fabrik nachhaltig: Abwasser wird nach Möglichkeit wiederverwendet, ansonsten sorgt eine Aufbereitungsanlage dafür, jegliche Kontamination durch Abwässer zu vermeiden. „Wir haben eine junge Fabrik, die bereits unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit erbaut worden ist“, hebt Roberto Cortes hervor, CEO der Marke Volkswagen Caminhões e Ônibus. „Und wir gehen diesen Weg konsequent weiter: Unsere neuesten Gebäude kombinieren höhere Effizienz in den technologischen Prozessen mit Lösungen, die die Umweltbelastung reduzieren. Es ist unsere Verpflichtung, Nachhaltigkeit stets an die vorderste Stelle zu setzen.“

Am südlichsten Standort von TRATON ist dies sogar bereits vollständig umgesetzt: Das erste komplett klimaneutrale Nutzfahrzeugwerk von MAN steht seit 2015 in Pinetown, Südafrika. Oberlichter in den Hallendächern und eine neue Isolierung senken den Energieverbrauch. Für sparsamen Wasserverbrauch sorgen Regensammelbehälter, Abwasser wird recycelt. Vor allem aber werden dank Photovoltaikanlagen von 6.300 Quadratmetern Fläche auf den Dächern jährlich 860 Tonnen CO2 eingespart und 810.000 Kilowattstunden Strom erzeugt. Genug nicht nur für die autarke Versorgung des Werks, überschüssige Energie wird zudem ins lokale Stromnetz eingespeist.

 

In Pinetown ist die Zukunft also schon heute Realität. Und auch and den anderen Standorten weltweit reduzieren die verschiedenen Maßnahmen die Emissionen drastisch. Sie bilden damit gleichzeitig die Basis für eine langfristige, nachhaltige Wertschöpfung, die in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle spielen wird.